Schlagwort-Archive: Traum

Traumende II

20161025_100213

Advertisements
Getaggt mit , , , , , , ,

Kaltklare Nacht

Was ich je träumte,
nichts ist mehr da,
alles ist heute,
wie es vor mir war.

Der Nebel ist fort,
ich bin erwacht.
Nun liegt sie vor mir,
die kaltklare Nacht.

Ein letztes Erinnern,
das Ich und das Du,
alles dreht zeitlos,
dem Ende sich zu.

Gedanken sind leise,
die Sterne sind weit,
der Himmel ist leer,
und ich bin bereit.

treehouse
Leitmotivation – Treehouse (2016)

Getaggt mit , , , , , , , ,

Die alten Kinder springen über ihre Dörfer

Die alten Kinder springen über ihre Dörfer. Sie tragen Horizonte in ihren Händen und halten sich an ihnen fest. Ihre Wege sind noch frisch und die Welt liegt gehüllt in tausend Lichter. So ziehen sie weiter, immerfort, durch Tag und Nacht und Tag und Nacht. Alles kreist um die Kinder, und die Kinder kreisen mit. Halberschöpft stoßen sie dann auf ihre alten Spuren. Alle Menschen kehren heim. Hier sieht man sie am Fenster sitzen. Entträumter Blick zum Horizont.

Joseph Heydendahl: Winterabend bei einem holländischen Dorf

Joseph Heydendahl – Winterabend bei einem holländischen Dorf

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,

Verwachsen

Mein Weg geht durch eine Stadt. Die schmalen Häuser haben keine Türen und sind über den Weg gebeugt. Sie sind so schmal, dass ich mich frage, wie man in ihnen leben kann. Keines berührt das andere und nur in ihrer Höhe sind sie voneinander zu unterscheiden. Es ist menschenleer. Dann, auf einmal, kommt mir ein Mann auf Stelzen entgegen. Er trägt ein buntes Kostüm und wirkt glücklich. Sein Gesicht trägt keine Falten, und doch erscheint er mir sehr alt.
Weiter gehe ich zwischen den sonderbaren Häusern entlang, die sich nun über mir berühren. Dann wird es dunkel und wieder hell und ich finde mich auf Stelzen wieder und trage ein buntes Kostüm. Ich frage mich, ob es sich um die Stelzen und das Kostüm des Mannes handelt.
Ich muss mich jetzt beeilen, nach Hause zu kommen. Mit den Stelzen, so denke ich, ist der Weg schnell zurückgelegt. Ich lächle. Schon mit den ersten Schritten wird mir jedoch bewusst, dass mir das Laufen auf Stelzen große Schwierigkeiten bereitet. Größte Aufmerksamkeit muss ich darauf verwenden, nicht umzufallen. Immer wieder muss ich mich an den Häusern festhalten, um nicht in die Tiefe zu fallen.
Der Weg führt mich aus der Stadt hinaus in eine ländliche Gegend. Hier überkommt mich bald die Angst, noch einmal das Gleichgewicht zu verlieren, denn da sind keine Häuer mehr, an denen ich mich festhalten könnte. So beschließe ich, den Rest des Weges ohne Stelzen zurückzulegen.
An einen Baum gestützt ziehe ich ein Hosenbein des buntkarierten Kostüms hoch, um die erste Stelze zu lösen. Doch zu meinem Schrecken muss ich feststellen, dass die Stelzen fest mit meinen Beinen verwachsen sind. So sehr ich mich auch bemühe, es gelingt mir nicht, mich von ihnen zu trennen. Ich beschließe weiterzugehen und mir zu Hause zu überlegen, wie ich sie loswerde.
Doch kaum löse ich mich vom Baum, drohe ich, nach vorn umzukippen. Nur mit großer Anstrengung kann ich mein Gewicht nach hinten verlagern und den Sturz durch ein Festklammern am Baum verhindern. Ich unternehme einen neuen Versuch, doch wieder kann ich mich nur wenige Sekunden auf den Stelzen halten. Um Kräfte und Konzentration zu sammeln, lege ich eine kurze Pause ein, doch auch der anschließende Gehversuch scheitert. Mir ist kalt und es wird dunkel. Noch einmal, ein letzter Versuch! Doch nun kann ich mich überhaupt nicht mehr bewegen. Meine Beine sind mit dem Baum verwachsen.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,