Gottfried Benn

Glaube, ich meine religiöser Glaube, ist aber, wie Sie wissen, ein Geschenk, man kann ihn nicht beziehen: und sich an ihn herankämpfen kann doch auch nur der, der das innere Bedürfnis danach hat.

Ist nun aber ein Mensch, der dieses Bedürfnis nicht hat, völlig wertlos, abgehängt und rechnet unter die Versager?

Ein Jesuitenpater, der die Freundlichkeit hatte, mir zu schreiben, sagte: ‚ein Mensch, der Gott so unabhängig und so in der Ferne sieht wie Sie, ist mir lieber als einer, der sich immer so nahe auf ihn bezieht und alles mögliche von ihm erwartet.‘

Ich füge hinzu: Niemand ist ohne Gott, das ist menschenunmöglich, nur Narren halten sich für autochthon (aus sich selbst entstanden) und selbstbestimmend. Jeder andere weiß, wir sind geschaffen, allerdings alles andere liegt völlig im Dunkeln.

Gottfried Benn

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