Hermann Hesse: Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

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Gustav Meyrink

Es gibt eine unsichtbare Welt, die die sichtbare durchdringt.

Gustay Meyrink

Ich zerfalle

Ich zerfalle
und merke es nicht.
Jedes Stück
denkt und lebt für sich allein.

Ich bin immer anders
und kann mich nicht verstehen.
Wie kann ich da hoffen,
dass es ein anderer tut?

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Otto Ludwig, Zwischen Himmel und Erde (Auszug)

Die Zeit malt anders als die Erinnerung. Die Erinnerung glättet die alten Falten, die Zeit malt neue dazu. Und die, mit denen er in der Erinnerung immer zusammen war, in der Wirklichkeit muß er sich erst wieder an sie gewöhnen.

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Charles Baudelaire

Dass man mitunter Gesichter verwechselt, hat seinen Grund darin, dass das wirkliche Bild verdunkelt wird von dem geistigen Bild, das ihm entspringt.

Charles Baudelaire

Stefan Zweig

Der Hass hat ein besseres Gedächtnis als die Liebe.

Stefan Zweig

Joseph Conrad

Es ist wirklich erstaunlich, was einem alles so einfällt, wenn man am Schreibtisch sitzt und keine Einfälle hat.

Joseph Conrad

Gottfried Benn

Glaube, ich meine religiöser Glaube, ist aber, wie Sie wissen, ein Geschenk, man kann ihn nicht beziehen: und sich an ihn herankämpfen kann doch auch nur der, der das innere Bedürfnis danach hat.

Ist nun aber ein Mensch, der dieses Bedürfnis nicht hat, völlig wertlos, abgehängt und rechnet unter die Versager?

Ein Jesuitenpater, der die Freundlichkeit hatte, mir zu schreiben, sagte: ‚ein Mensch, der Gott so unabhängig und so in der Ferne sieht wie Sie, ist mir lieber als einer, der sich immer so nahe auf ihn bezieht und alles mögliche von ihm erwartet.‘

Ich füge hinzu: Niemand ist ohne Gott, das ist menschenunmöglich, nur Narren halten sich für autochthon (aus sich selbst entstanden) und selbstbestimmend. Jeder andere weiß, wir sind geschaffen, allerdings alles andere liegt völlig im Dunkeln.

Gottfried Benn

Paul Gauguin

Feilt nicht zu sehr, das nachträgliche Erhaschenwollen unendlicher Feinheiten beeinträchtigt nur den ersten Entwurf; auf diese Weise laßt ihr die glühende Lava erkalten, und euer schäumendes Blut wird zu Stein.

Paul Gauguin

George Bernard Shaw

Alte Männer sind gefährlich. Ihnen ist die Zukunft gänzlich gleich.

George Bernard Shaw

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